Warum werden Online-Beiträge anders geschrieben als Print-Artikel?

Online-Beiträge und Print-Artikel unterscheiden sich meist in der Länge, der Sprache, dem Formalen und sogar in der Qualität. Das liegt daran, dass Web-User die Texte nicht vollwertig lesen sondern meist nur überfliegen. Online-Leser sind darauf bedacht, die Kernaussage eines Textes oder entsprechende Keywörter von Bedeutung zu finden. Sie „scannen“, statt lesen. Mann nennt dieses Verhalten der Rezeption, also der Aufnahmen von Texten, auch „Skimming“.

Das Lesen auf dem Bildschirm ist im Vergleich zum Lesen auf gedrucktem Papier wesentlich anstrengender bzw. ermüdender und dauert in der Regel vier mal länger. Dazu tragen auch bunte und bewegliche Elemente auf Internetseiten bei, welche für Ablenkung sorgen und die Konzentration auf den Text mindern. Deshalb versucht man, durch kurze und prägnante Sätze die Texte dem Leseverhalten anzupassen. Eine alltagstaugliche Sprache mit leichter Struktur eignet sich dafür perfekt. Hingegen wird bei Print-Texten eher eine lineare Schreibweise angewendet, mit dem Aufbau: Hypothese – Argumentation – Ergebnis.

Generell gilt:

  • benutzen Sie eine klare Sprache

  • bauen Sie keine Schachtelkonstruktionen

  • verwenden Sie alle Satzzeichen

  • schaffen Sie klare Absätze und Informationskästen

  • Verwenden Sie die richtigen Zeitformen

  • verzichten Sie auf Fachjargons

  • bilden Sie keine Passivsätze

  • Verwenden Sie zahlen und Ziffern korrekt

  • Nennen Sie Namen und schreiben Sie diese richtig

Doch warum ist Online nicht das neue Print?

Online-Medien haben ein völlig anderes Publikum als Print-Medien. Dadurch konzentrieren sie sich auf ein völlig anderes Leseverhalten des Konsumenten, wodurch die Gewichtspunkte anders verteilt werden. Somit entstehen zu große Unterschiede, wodurch Online-Medien nicht mit Print-Medien zu vergleichen sind und das gedruckte Wort vorerst nicht ablösen werden.